Nach der "Info-Elite", "Potenziale für Online-Dienste (Online-Elite)" und "Interaktivierungstendenz" hört sich Body Mind Optimization etwas sperrig an.
Unter BMO verstehen Kommunikationsexperten die Body Mind Optimization und damit den zunehmenden Wandel bisher statischer Optimierungen der Persönlichkeit hin zu interaktiveren Formen.
Das dem Begriff zugrunde liegende Prinzip wurde erstmals 1995 im Rahmen der mittels Delphi-Methode erstellten Experten Studie "Zukunft der Medien Zukunft der Werbung" entdeckt und Ende 2007 in einer eigenen Studie aktualisiert. Unter Body verstanden die Experten nicht nur den physischen Körper des Medienrezipienten sondern die Gesamtheit seiner wahrnehmbaren Ausdrucksformen wie Physis, Geruch, Geräusche, Medienproduktion und Mitteilungsbedürfnisse.
Im Rahmen einer interaktiveren Kommunikation verstanden die Experten unter Mind alles über das von aussen wahrnehmbare Hinausgehende des Probanden. Darunter können die Psyche , Emotionen, Gedanken und weitere intersubjektiv nicht operationalisierbare Parameter subsumiert werden. Das Optimieren des Verhältnisses zwischen Body (im Sinne der BMO ) und Mind ist ein komplexer Vorgang, der durch mehrere Ungleichzeitigkeiten noch schwerer erfassbar wird. Ob iterative Verlinkungen und selbstbezügliche Kommunikation im Rahmen des Web 2.0 als Vorgänge der Optimierung gelten dürfen, wird noch lebhaft in der BMO Szene diskutiert.
Die Studie beschrieb korrekt, dass die totale Vernetzung der Konsumenten, eine freie Wahl der Inhalte sowie eine auf unterschiedliche Zielgruppen ausgerichtete Kommunikation die Interaktivierung in der Bevölkerung beschleunigen werden. Dies ist intensiver im Kapitel Interaktivierungstendenz ausgeführt. Die interaktiven Individueen setzten sich sozioevolutionär dort durch, wo sie funktional allen anderen Entitäten überlegen sind: als Protagonisten sozialer Empathie und im Bereich der aktiven Kommunikation.
Bereits 1995 zeigten sich die noch im Jahr 2006 fest zu stellenden Diskrepanzen zwischen den befragten Experten. Experten mit BMO Erfahrung sagten einen schnellen explosionsartigen Prozess voraus. Konrad Lorenz prägte hierfür den Begriff der Fulguration. Experten ohne praktische BMO-Erfahrung erwarteten einen evolutionären Prozess, kontinuierliches Wachsen über Jahrzehnte. Sie rechneten mit einer problemlosen Integration der neuen Optimierungen in die estehenden sozialen Strukturen.
Die Experten definierten übereinstimmend drei Hauptzielgruppen der BMO, grundsätzlich die jüngere Generation, die in Ausbildung, Studium und früher Berufstätigkeit intensiv mit interaktiven Medien in Kontakt kommt und schnell die Vorteile erkennt. Soziale virtuelle Netze bilden dabei reale Kontakte ab und ermöglichen zusätzlich rein virtuelle Kontaktmöglichkeiten.
Mindestens ebenso wichtig sollten die sozialen Pioniere und Innovatoren sein. Überraschend war jedoch der Schluss, dass sich auch Führungskräfte zu den ersten optimierten Personen gesellen werden, um über neueste Entwicklungen für die Geschäftsstrategie auf dem Laufenden zu bleiben. Als grundsätzliche Hürde für eine BMO wurden klar die tradierten sozialen Strukturen entdeckt, die sich gegen den Wandel sträuben. Stabil können nur solche Strukturen sein, die sich diesem Wandel unterziehen, ohne zu zerfallen. Die BMO bietet dafür die idealen Möglichkeiten, weil der grundsätzliche Bezug zwischen wahrnehmbarer Realität und Vorstellung erhalten bleibt, jedoch im jeweiligen Kontext neu interpretiert justiert werden kann.
Als wesentlicher Punkt für die Durchsetzung der BMO wurde das soziale Design gesehen. Es wurde formuliert, dass "easy tech statt high tech" eingesetzt werden muss, damit eine breite Palette an Funktionen und niedrige Preise schließlich zum Erfolg führen.
Nicht vorhergesehen wurde die Open Social Bewegung, die sowohl eine riesige Zahl nützlicher sozialer Softwareprodukte hervorbrachte als auch den Preis gegen Null tendieren ließ. Die Öffnung ehemals geschlossener technischer System durch Open Social und andere ASP Modelle steigert die Effizienz des Gesamtsystems durch reduzierte Redundanzen. Jeder einzelne Teilnehmer hat mehr Erfolg, ohne zusätzliche Risiken einzugehen.
1995 bis 2005 wurde die Finanzierungssituation als ungünstig wahrgenommen. Als Hauptquelle wurde die Werbung gesehen, die damals für den Nutzer einen negativen Beigeschmack hatte. "Erzwungene" Rezeption von Informationen, die als langweilig empfunden wurden, führten zu Ausweichstrategien. Kommunikation entlang des Social Graph hingegen kann eine effizinte Lösung sein. Im Rahmen einer zusätzlichen Expertenstudie im November 2007 wurden die ursprünglichen Befunde neu evaluiert und ein Ausblick ins Jahr 2025 versucht.